Likör
(Quelle: Wikipedia)

Liköre (franz. Lehnwort liqueur, von Latein liquor für „Flüssigkeit“) sind aromatische Spirituosen mit relativ hohem Zuckergehalt (mindestens 100 Gramm pro Liter). Der Alkoholgehalt liegt normalerweise bei 15 bis 40 % Vol, es gibt aber auch stärkere und schwächere Liköre, zum Beispiel Chartreuse verte mit 55 % Vol oder Aperol mit 11 oder 15 % Vol.

 

Likör als Genussmittel

Bereits im 14. Jahrhundert begann man aber auch, Liköre für den gleichzeitigen Genuss von Alkohol, Aroma und Süße herzustellen.

Aufgrund der sehr hohen Zuckerpreise war der Genuss von Likören bis ins 17. Jahrhundert auf die wohlhabendsten Schichten der Bevölkerung begrenzt. Als die italienische Adlige Katharina von Medici 1532 den französischen König Heinrich II. heiratete, gehörten ihrem Gefolge auch Spezialisten für die Herstellung von Likören an.

Seit Zucker, zuerst infolge des Kolonialismus, allgemein zur Verfügung steht, gibt es Liköre von fast allen bekannten Früchten und Kräutern. In Frankreich gab es praktisch in jedem Ort einen oder mehrere Liquoristen, der eine bunte Mischung von Likören herstellte. Einige dieser Marken haben eine lange Tradition, aber landesweite Verbreitung erreichten Likörmarken erst im 19. Jahrhundert.

Zu den traditionsreichsten und ältesten Herstellern gehören Bénédictine (kreiert 1510 von Dom Bernado Vincelli, Benediktinermönch der Abtei Fécamp, Normandie, Frankreich, übernommen 1810 von einem Spirituosenhändler), Bols (1575, Niederlande), De Kuyper (1695, Niederlande) und Marie Brizard (1755, Frankreich). Zu den traditionsreichsten deutschen Namen zählt „Der Lachs zu Danzig“.

Heute noch von einem Kloster hergestellt wird der Chartreuse.

1876 gründete Eugen Verpoorten in Heinsberg die gleichnamige Destillerie, in der er den Eierlikör erfand und produzierte. Dieser wird nach der damaligen und bis heute geheimgehaltenen Rezeptur hergestellt.